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Alles ist wunderbar: bedingungsloses Grundeinkommen, kommunale Autos für alle auf Abruf und Vegetarismus als Grundprinzip der Gesellschaft. Roboter erledigen alle für den Menschen zu mühseligen oder gefährlichen Arbeiten, sie sorgen für Sicherheit und Wohlstand in der Optimalwohlökonomie.

 

Jedem Menschen steht mindestens einmal im Leben eine aufwendige Beratung zu, in der mit ihm oder ihr herausgefunden wird, welche Arbeit am besten zu Ihr/ihm passt. Um zu einem optimalen Ergebnis zu kommen, werden dazu grundsätzlich von allen Bürgern alle erfassbaren Daten, sein Konsum- und Sozialverhalten gesammelt. Durchgeführt wird eine solche Beratung von Lebensberatern.

Der Lebensberater Samson Freitag steht kurz vor einer Beförderung, als ihm eine falsche Lebensberatung vorgeworfen wird, er gerät unter die Räder der Bewertungsmaschinerie.Als er dann noch erwischt wird, wie er zu vertuschen versucht, dass seine Eltern Fleisch essen, erfasst ihn ein gesellschaftlicher Abwärtsstrudel und seinen Sozialbewertung fällt ins Bodenlose.

Das Erschreckende an diesem Buch ist, dass heute positiv bewertete Strukturen und Ziele einer künftigen Gesellschaft sich in eine unmenschliche Diktatur des Guten verwandeln. Roboter und Verkehrswesen, Gesundheitssystem und Ernährung sind optimiert, um das Beste für alle Menschen zu erreichen.

Es ist die konsequente Extrapolation einiger aktuell in 2017 zu beobachtenden Tendenzen: bauchgetriebene Moral schlägt den Verstand, angstbesetzter Konformismus erwürgt die Individualität und religiöse Technikgläubigkeit vernichtet die Selbstbestimmung.

Schade nur, dass die Autorin es nicht bei der bloßen Beschreibung dieser möglichen Entwicklung hat bleiben lassen. Der Schluss überhöht die möglichen Gefahren so sehr ins Mystische, dass das vorher Gelesene an Eindringlichkeit verliert.