Gewürze Markt

Image by Peter H from Pixabay, (CCO)

Zur Zeit vergeht kein Tag, an dem nicht ein neues, alles umwerfendes Bildungsangebot verspricht, „digitalen Unterricht“ zu unterstützen. Vor allem viele Anbieter aus dem kommerziellen Consultingbereich versuchen sich jetzt ein Stück vom Kuchen der sowieso schon knappen Mittel für Schule und LehrerInnen beim "Lernen in der Digitalen Welt" abzuschneiden.

Dabei haben LehrerInnen und Schulverwaltungen nur wenig Kriterien, die eine Auswahl rational begründen könnten. Entscheidungshilfen könnten folgende Punkte sein:

Datensicherheit, Praxisorientierung, Interoperabilität, Freier Zugang und pädagogische Zielvorstellungen

Im Folgenden habe ich eine Auswahl an Angeboten (Angebotsliste) zusammen gestellt. Diese Liste ist unvollständig und wird ständig erweitert werden. Die Beurteilung ist subjektiv und vielleicht auch ergänzungsbedürftig. Korrekturen, Verbesserungen und Erweiterungen sind gewünscht. Bitte eine Mail an: info at stolzenwaldt.de

Beispiele für die Kriterien

Datensicherheit

Datensicherheit ist unter zwei Aspekte zu sehen: Sind meine Daten und die damit verbundenen Informationen bei Ausfall des Systems wieder herstellbar. Und zweitens, sind meine Daten weiterhin meine eigenen Daten und kann nicht irgend jemand anders diese weiter verwenden. Der letzte Punkt ist für LehrerInnen besonders wichtig, da sie nicht nur Informationen über sich Preis geben, sondern auch die der SchülerInnen.

Praxisorientierung

Ob angebotene Software wirklich praktikabel im Unterricht ist, kann pauschal nicht beantwortet werden. Software für die Sachkunde in der 3. Klasse muss ganz andere Anforderungen erfüllen als 8. Klasse Englisch im Gymnasium. Trotzdem: Handhabung sollte von KollegInnen berücksichtigt werden. Die didaktische Auswahl und methodische Umsetzung macht die Qualifikation der LehrerInnen aus und sollte zukünftig einen breiteren Raum bei der Weiterbildung einnehmen.

Interoperabilität

Grundlage jeden Unterrichts ist die Kommunikation. Sie sollte mit dem ausgewählten Werkzeug für LehrerInnen ohne große Schulungen oder Vorwissen zu bewältigen sein. Hier ist weniger machmal mehr. Häufig sind Lernwerkzeuge überfrachtet mit Features, die gar nicht benötigt werden. Ein einfacher kollaborativer Pad ist leichter zu handhaben als eine komplexe Textverarbeitung.

Freier Zugang

LehrerInnen müssen jederzeit ohne Einschränkunge auf die benötigte Software und Daten zugreifen können, ohne dass dritte Einschränkungen oder Änderungen vornehmen können. Die meisten kommerziellen Anbieter werten die genutzten Daten aus und verwenden sie weiter. Davor geschützt ist man auch nicht, wenn es sich um ein kostenfreies Angebot handelt.

Pädagogische Zielvorstellungen

Genau wie bei anderen Lernmitteln sollten die Angebote auf ihren gesellschaftlichen Zusammenhang betrachtet werden. Welche Ziele werden verfolgt? Was können oder sollen LehrerInnen und SchülerInnen lernen? Sind die Angebote geeignet, SchülerInnen darin zu unterstützen, selbstbewußt und kritisch ihr Leben gestalten zu können?

Angebotsliste

Die folgende Angebotsliste ist noch in einem frühen Bearbeitungsstadium (28.4.2020). Sie ist unvollständig, lückenhaft und, ich gebe es zu, subjektiv. Trotzdem denke ich, kann sie dabei helfen, Orientierung zu gewinnen.

Download der Liste: Liste der Angebote (Stand 2.5.2020)